Um näher an ein sehr kleines Objekt heranzurücken, braucht es entsprechendes Zubehör oder entsprechende Objektive, die ich nachfolgend vorstellen möchte.

  • Nahlinsen sind Vorsatzlinsen, die über das Objektivgewinde vor das Objektiv geschraubt werden und müssen daher zum Filtergewinde des verwendeten Objektivs passen. Diese Linsen werden in verschiedenen Stärken (z.B. 2 Dioptrien für leichten Effekt oder 4 Dioptrien für etwas stärkeren Effekt) angeboten und bieten über alle einstellbaren Distanzen die Möglichkeit, kürzere Abstände zum Motiv zu folussieren - also so etwas, wie eine Lesebrille für die Kamera. Hat unser Objektiv einen einstellbaren Entfernungsbereich von 0,6 m bis Unendlich, dann könnte der Bereich sich mit einer Nahlinse von 0,25 m bis 1,20 m reduzieren, das heißt: mit aufgeschraubter Nahlinse kommen wir näher an unser Motiv heran, weit entfernte Objekte lassen sich nicht mehr fokussieren.
    Vorteil der Nahlinse: günstige Anschaffungskosten für den Einstieg in die Makrofotografie
    Nachteile: es steht nicht mehr der komplette Fokusbereich zur Verfügung, schlechte optische Qualität bei günstigen Nahlinsen durch Farbsäume oder Verzerrungen des Motivs
  • Achromaten sind der Nahlinse ähnlich, aber aus mehreren Linsen gefertigt und daher teurer in der Anschaffung, aber besser in der Bildqualität.
  • Zwischenringe für Kameras mit Wechselobjektiven werden für verschiedene Kameraanschlüsse angeboten. Hier wird der Objektivauszug künstlich verlängert, was einen ähnlichen Effekt wie bei der Nahlinse schafft. Zwischenringe gibt es in verschiedenen Längen. Je größer der Abstand, der zwischen Kamera und Objektiv durch den Zwischenring hergestellt wird, um so näher kommen wir an unser Motiv heran. Leider geht auch hier zunehmend die Möglichkeit verloren, längere Distanzen zu fokussieren. Höherwertige Zwischenringe erlauben auch die Übertragung elektrischer Funktionen, was die Einstellung der Blende erlaubt. Es können auch mehrere Zwischenringe übereinander montiert werden, um den Auszug weiter zu verlängern.
  • Balgengeräte verlängern den Auszug des Objektivs ähnlich wie die Zwischenringe, erlauben aber einen stufenlosen Auszug und mitunter einen längeren Auszug. Auch hier gibt es Modelle mit und ohne Übertragung der elektrischen Kontakte zwischen Objektiv und Kameragehäuse.
  • Retroadapter erlauben die umgekehrte Montage des Objektivs an die Kamera, das heißt: die Frontlinse wird über das Filtergewinde an den Adapter geschraubt und dieser am Bajonettanschluss des Kameragehäuses befestigt. Die Seite des Objektivs, die normalerweise zur Kamera hin zeigt, ist jetzt auf das Motiv gerichtet. Um die elektrischen Funktionen zu übertragen, muss ein entsprechender Adapter erworben werden, dessen zweiter Adapter auf der Bajonettseite des Objektivs befestigt wird und über Kabel die elektrischen Signale zur Einstellung der Blende überträgt. Retroadapter erlauben gerade mit Weitwinkelobjektiven sehr große Abbildungsmaßstäbe von bis zu 1:5. Damit wird ein Objekt mit 1 mm Größe in 5 mm Größe auf dem Bildsensor abgebildet.
  • Makroobjektive werden in verschiedenen Brennweiten angeboten und können von der Unendlichkeit auf der einen Seite bis zu einer Naheinstellgrenze fokussiert werden, die einen Abbildungsmaßstab von in der Regel 1:1 erlaubt.