Welche Arten von Stativen gibt es?

Ein Stativ besteht aus zwei wesentlichen Bestandteilen: dem Stativ selbst mit normalerweise drei Beinen und dem Stativ-Kopf. Speziell bei höhenwertigen Produkten werden diese beiden Komponenten separat angeboten. Es gibt jedoch auch interessante Set-Angebote in verschiedenen Preisklassen.

Kaufkriterien für die Stative sind deren Höhe, Packmaß, Belastbarkeit, Schwingungseigenschaften und Verarbeitungsqualität. Stative werden hauptsächlich in den Materialien Aluminium und bei den teureren Varianten auch in Carbon angeboten. Bei kleinen Kameras stellt die Belastbarkeit kein wesentliches Problem dar, bei großen Ausrüstungen mit Spiegelreflex- oder Mittelformatkamera und schweren Tele- oder Makroobjektiven und weiterem Zubehör muss das Stativ schon mehrere Kilogramm tragen.

Stative mit großer Höhe erreichen mitunter auch ein noch akzeptables Packmaß durch vierteilige Auszüge der Stativ-Beine. Eine Mittelsäule gibt noch ein paar Zentimeter mehr an Höhe. Gute Stative verfügen über Gummifüße für Innenaufnahmen und ausdehnbare Metallspitzen für Außenaufnahmen.

Einbeinstative

Normale Dreibeinstative benötigen ein wenig Vorbereitungszeit für den Aufbau, die horizontale Ausrichtung und die Einstellung des Bildausschnittes. Wer mit einem schweren Teleobjektiv in der Natur oder bei einer Sportveranstaltung unterwegs ist, wünscht sich einen halbwegs sicheren Stand, aber auch eine gewisse Beweglichkeit und Flexibilität. Dies ermöglichen Einbeinstative mit einem einfachen, leicht verstellbaren Kugelkopf. Damit ist der Fotograf beim Schwenken sehr beweglich, Verwacklungen werden bei etwas längeren Belichtungszeiten schon ganz gut reduziert und das Gewicht der Kamera mit Objektiv wird vom Einbein gehalten.

Stativ-Köpfe

Kugelköpfe bestehen aus einer Metallkugel, die in einer Pfanne gelagert wird und über eine Friktionsschraube in der Beweglichkeit eingestellt werden kann. Ein Hebel fixiert die Kugel und ein zweiter Hebel ermöglicht dann immer noch die horizontale Drehung für Panoramaaufnahmen. Auf der Kugel ist dann die Stativ-Platte montiert. Diese nimmt dann gegebenenfalls Wechselplatten auf.

3-Wege-Neiger

Der 3-Wege-Neiger kann in drei Achsen bewegt und jeweils fixiert werden: horizontales Schwenken, nach oben oder unten neigen oder seitlich kippen.

Kinoneiger

Auch der Kinoneiger lässt sich in drei Achsen bewegen, wird aber über eine längere Stange geführt und durch Drehung dieser Stange fixiert.

Getriebeneiger

Wiederum ähnlich dem Getriebenerer wird der Getriebenerer über drei Hebel zur schnellen Bewegung in der Achse kurzfristig entriegelt. Ansonsten kann jede Achse über einen Knauf sehr präzise bewegt werden. Der Getriebenerer ermöglichst präzises Arbeiten - speziell bei Teleobjektiven und Makroaufnahmen.

Wechselplatten

Mit dem Stativkopf wird üblicherweise eine Wechselplatte mitgeliefert. Zusätzliche Wechselplatten kann man nachkaufen und somit diese Platten an verschiedenen Foto- und Videokameras als auch an Objektiven mit Stativ-Adaptern befestigen. Das ermöglicht einen schnellen Wechsel des Equipments.

Weiteres Stativzubehör

Für Exkursionen mit dem Stativ werden Stativgurte oder Stativtaschen angeboten. Somit kann das Stativ mit einem Schultergurt gut transportiert werden. Manche Rücksäcke bieten ebenso Fixiermöglichkeiten für Stative - aber teilweise nur bis zu einer bestimmten Größe oder Gewicht.

Es werden Halterungen angeboten, um fotografisches Zubehör wie Blitzgeräte, Lampen, Mikrofone, Stromversorgung oder Kontrollbildschirme am Stativ zu befestigen. Diese Halterungen werden von manchen Stativherstellern angeboten und können über spezielle Verbindungen (in der Regel Gewinde) am Stativ des Herstellers angebracht werden.

Makroschlitten erlauben die präzise Verschiebung der Kamera zum Objekt bei Makroaufnahmen, um eine Feinjustierung des Motivabstandes zu ermöglichen. Über einen zweiten Schlitten, der über Kreuz angeordnet wird, kann optional auch eine seitliche Verschiebung mit gleicher Präzision vorgenommen werden.